älter werden - aktiv bleiben: Lehrtagung Ältere in Hatten/Sandkrug 2009
Die 3. Lehrtagung und 20 Jahre Weiterbildung „älter werden – aktiv bleiben“. Die 1988 von Georg Lubowsky konzipierte Weiterbildung für ehrenamtliche Mitarbeiter in Kirchengemeinden, wurde 1996 gemeinsam mit dem LSB und dem NTB auch für Übungsleiter geöffnet. Schon damals war die zunehmende Bedeutung der Älteren, die nicht nur an den „normalen“ Vereinsangeboten in der Halle teilnehmen, eine wichtige Überlegung und hat den Boden geebnet für die sehr gute Position der Älteren im NTB bzw. im organisierten Sport. Die Angebote waren so ausgewählt, dass sie in einer Turnhalle, aber auch in anderen Räumen, stattfinden konnten. Die Möglichkeiten in der Waldschule boten gerade diese Voraussetzungen mit Klassenräumen, einer Außenanlage, einem Gymnastikraum und einer Sporthalle.
Ein Referat und acht Arbeitskreisangebote waren der Rahmen für diesen Sonntag, der neben der notwendigen Praxis auch die Vernetzung von Älterenangeboten zum Ziel hatte.
Georg Lubowsky, der spielerische Aktivitäten im Sitzen und Stehen/Gehen mit Kleingeräten und Alltagsmaterialien vorstellte, konnte einmal mehr mit seiner Kompetenz aber auch seinen vielfältigen Ideen und Anregungen, überzeugen. Die Stimmung in diesem Raum war schon vor der Tür zu hören.
Anton Dohlen, ein weiterer Mitarbeiter der Weiterbildung „älter werden – aktiv bleiben“, stellte mit Sturzprophylaxe ein ganz wichtiges auch gesundheitspolitisch hoch brisantes Thema vor. In Theorie und Praxis wurde deutlich, dass neben der notwendigen Schulung des Gleichgewichtes und anderen koordinativen Fähigkeiten vor allem der Kraftzuwachs, vor allem in der Bein- und Rumpfmuskulatur, im Vordergrund steht. Hier muss ein Umdenken in den Übungsstunden stattfinden und Ältere müssen in ihrer jeweiligen Fähigkeit optimal trainieren.
Karin Platje, als 3. Referentin der Bausteinreihe, konnte mit Denken und Bewegen das spielerische Gedächtnistraining in vielfältige, alltagnahe Aufgaben verpacken und damit zeigen, wie dieses Thema in jede Stunde integriert werden kann.
Volker Heißt stellte als Feldenkraislehrer ein anderes Konzept zur Sturzprophylaxe mit „das Fallen im Liegen überlisten“ vor. Mit Hilfe von kleinen Bewegungen und der Vorstellung von Bewegungsabläufen, können Ältere auch im Sitzen und Liegen trainiert und geschult werden, für die ein Kraft-/Koordinationstraining evtl. nicht möglich ist.
Sonja Müller hatte als Referentin ein Heimspiel und konnte mit ihren Bewegungsideen und Tänzen im Sitzen begeistern und dabei zeigen, dass rhythmisches Erleben in jedem Alter auch im Sitzen möglich ist.
Heike Böhm, Landesfachwartin für Sport Stacking zeigte, dass Becher-stapeln ein hochinteressantes und motivierendes Gehirn- und Koordinationstraining in jedem Alter ist. Dieses Training gehört in jedes Angebot mit Älteren und muss noch häufiger angeboten werden.
Tina Pfitzner stellte ihren Ansatz zum Gedächtnistraining mit BrainWalking vor, der neben spielerischen Ideen, vor allem eine Merktechnik mithilfe einer Route vor, anhand der mit kreativen, merk-würdigen Bildern sich das Gehirn unterschiedlichste Dinge einprägen kann. Diese Route kann sowohl drinnen auch draußen gestaltet werden.
Im Einstiegsreferat mit der Landesvereinigung für Gesundheit (LVG)
Im Einstiegsreferat stellte Tania A. Schmidt von der Landesvereinigung für Gesundheit (LVG), den Ansatz der Bewegungszentren in Niedersachsen vor. Dieses Konzept hat vor allem die Idee der Vernetzung von Angeboten in Stadt oder Kommune. Leider arbeiten viele Institutionen (auch die Vereine) ohne Anbindung an andere (Senioren)-Organisationen und erreichen somit nicht alle interessierten Menschen, die sich z.B. nicht primär von einem Turn- und Sportverein angesprochen fühlen. Hier müssen Verband, Turnkreise und die Seniorenorganisationen noch besser im Netz bzw. Verbund arbeiten. Der wird diese politische Aufgabe annehmen und in seinen Gremien weiter geben. Eine enge Zusammenarbeit zwischen LVG und dem NTB mit seinen Bereichen Gesundheitssport und Ältere ist angebahnt. Hier hat die Lehrtagung eine entscheidende Weiche gestellt.
Die Arbeitskreise waren es allerdings nicht allein, die diesen Tag zu einer besonderen Fortbildung werden ließen. Ingrid Wojtke und ihre fleißigen Helfer von der TSG Hatten-Sandkrug waren den ganzen Tag auf den Beinen, um Kaffee zu kochen, Brötchen zu schmieren, das Mittagsbuffet vorzubereiten und selbst gebackenen Kuchen anzubieten.
So konnten die Teilnehmer nicht nur die Angebote besuchen, sondern in den Pausen gemütlich plaudern und Informationen austauschen. Die Mitarbeiter des Landesturnausschusses, Irmtraud Jacke, Viola Twele, Uschi Schulze und Manfred Hohmann hatten den Tag damit zu tun, Referenten- und Teilnehmerunterlagen auszuteilen, Fragen zu beantworten, Wege zu weisen, so dass alle immer gut betreut waren.
Da wir das tolle Wetter für diesen Tag bestellt hatten, war ein besonderes Angebot im Außengelände, auf der Boule-Bahn des Vereins zu finden. Egbert Grap, Boule-Übungsleiter im Verein verstand es, das aus Frankreich stammende Petanque so anschaulich zu vermitteln, dass die Teilnehmer gern weiter gespielt hätten.
Hans Jürgen Loh als Landesturnwart Ältere hatte die Tagung eröffnet und die Bedeutung von „älter werden - aktiv bleiben“ verdeutlicht und die „älteren Älteren“ mit ihren Bedürfnissen in den Mittelpunkt gestellt, die Vertreter des Turnkreises, Holger Kreye und des TSG Hatten, Jens Büsselmann, die Wichtigkeit des Angebotes für Turnkreis und Verein betont. Nach dem Dank des Landesturnausschusses an die Referenten, denen Günter Kaufmann ein NTB Team-Shirt überreichte, blieb es der Organisatorin in Hatten-Sandkrug, Ingrid Wojkte, vorbehalten mit einem Bewegungskanon die Tagung bewegt zu beschließen.


















