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Neue Wege auf alten Spuren

Pilgergruppe am Brunnen im Kloster Loccum

Auf den Spuren der Zisterzienser im Weserbergland

 

Ein wirklich erlebnisreiches und besinnliches Wochenende auf den Spuren der Zisterzienser von Loccum über Stadthagen nach Volkenroda erlebten 17 Wanderfreunde unter der Leitung unserer Pilgerreferentin Birgit Gercken am vorletzten Maiwochenende diesen Jahres.

Nach dem Motto: „Neue Wege auf alten Pfaden“ hatte die Evangelisch-lutherische Landeskirche im Jahre 2005 ein Projekt  gestartet, in dem die Zisterzienserklöster Loccum und Volkenroda mit einem Pilgerweg verbunden wurden. Gastfreundschaft,  geöffnete Kirchen und Gelegenheiten, sich auf dem Wege zu erfrischen kennzeichnen die Angebote der beteiligten Kirchengemeinden. In 17 Etappen kann man sich mit Gott und der schönen Naturlandschaft mit oder ohne Begleitung auseinandersetzen.

Darauf ließ sich auch eine 17-köpfige Pilgergruppe des NTB ein. Unter dem Radkreuz an dem Tor bildete die Gruppe mit Personen Kreuz und Rad nach. Das Strahlende aus diesem Kreuz wurde mit der Aufforderung „Mache dich auf und werde Licht“ mit Gesang nachempfunden. Die schlichte Ausstattung des Klosters Loccum (mit Dachreiter) wurde im Kapitelsaal durch Kerzenschein, Gebet und Gesang erlebt. Herr Siebert, selber fachkundiger Pilger aus Loccum erteilte an dem Pilgerdenkmal, dessen zweiter Teil in Volkenroda steht, den Pilgersegen.

Unweit des Klosters – bei den Ruinen der Luccaburg –spürte man der Geborgenheit oder Enge zwischen Burgmauern nach und vergewisserte sich mit den Worten aus den Psalmen des Schutzes. Durch die grüne Natur des Klosterforstes ging es dann auch ein Stück auf den Spuren von Wilhelm Busch, der in seiner Heimat viel mit Zeichenblock und Stiften unterwegs war, um die wunderschöne Natur zu zeichnen. Auf Baumstämmen nahe dem Schafhirtenhaus konnte die Pilgergruppe wie Wilhelm Busch die freie Wiesenlandschaft am Waldrand genießen und sich für den weiteren Weg stärken. Es wurde auch an den gedacht, der die Stärkung ermöglicht hatte. Hier stießen auch erstmals die im Dienste der Gruppe fahrenden beiden Begleitfahrzeuge mit Getränken dazu.

Hinter Kreuzhorst ging es dann im Gänsemarsch auf der linken Fahrbahnseite der Kreisstraße schweigend und meditierend weiter: „Was will ich als Belastendes, als Müll loswerden“ war die leitende Fragestelllung. Jenseits des Kanals bei Pollhagen war dann die St. Johannis-Kirche das nächste Ziel. Hier war das Gemeindehaus geöffnet, so dass die Pause etwas länger ausfiel. Von nun an führte der Weg auf Asphalt bedeckten Straße bis nach Stadthagen, dem ersten Etappenziel. Nach kurzer Erfrischungspause und schmackhaften Abendessen (und Mengen an gestiftetem Mineralwasser) fand der gemeinsame Abschluss in der sehenswerten St.-Martini-Kirche statt, wo uns der Küster die Innenausstattung mit dem Altar um 1400, der Fürstenloge, dem Grabmahl Otto IV und den Skulpturen von Adriaen de Vries erklärte. Stadthagen durch Adrian de Vries ist eine Stadt der Erinnerung an die Auferstehungshoffnung. Eine kurze Abendandacht zu halten bot sich hier direkt an. Abschließend genossen alle das gemeinsame Beisammensein mit Eis und Getränken auf dem Marktplatz der Altstadt von Stadthagen, der stark von der Weserrenaissance geprägt ist.

Sehenswert ging es am nächsten Morgen weiter mit der Einkehr in die ehrwürdige mittelalterliche Johanneskapelle, wo eine kurze Morgenandacht die Pilger unter dem Engel als Deckenmalerei auf die nächste Etappe des Pilgerweges einstimmte. In Wendthagen begrüßte Pastor Bürger gern die Pilger und feierte mit ihnen das Mittagsgebet. Bewahrt vor einem drohenden Regenschauer oder Gewitter ging es hinauf auf den bewaldeten Bückeberg. Am Kammweg stießen die Pilger auf die erst vor kurzem entdeckten Saurierspuren in einem Sandsteinbruch. In Höhe des Jugendbildungs- und Freizeitcentrums konnte dann dank des vom Begleitservice organisierten Kaffees sowie mitgebrachtem Kleingebäck sogar der Geburtstag einer Mit-Pilgerin gebührend gefeiert werden.

Leichten Schrittes ging es dann den Berg hinab nach Kathrinhagen. In die dortige Katharinenkirche, die 200 Jahre älter ist als das Kloster Loccum, zog die Pilgerschar mit dem Pilgerschritt und einem Segenslied zur abschließenden Andacht ein. In dem geöffneten Gemeindehaus konnte dann das Wochenende reflektiert werden. Der Wunsch nach Fortsetzung am ersten Oktoberwochenende zeigt, wie sehr diese Pilgerwanderung die Gruppe zusammen gebracht hat und sie auch bereit ist, weiter gemeinsam auf den Spuren der Zisterzienser zu wandern. Vielen Dank an Birgit, die es mit ihrer netten Art geschafft hat, alle offenen und neugierigen (Erst-)pilgerinnen und – pilger einzubinden und auf die Pilgertour mitzunehmen. Vielen Dank an alle Helfer, Organisatoren und Mithelfer!

(Ursel Runge/Birgit Gercken)

 

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