Pilgern am Erntedank 2011
Auf den Weg zu Gott und sich selbst machten sich am Erntedank-Wochenende 15 Wanderer als Pilger des NTB.
Nach einer von unserem Pilgerbegleiter, Herrn Meyer, gehaltenen Morgenandacht in der Katharinenkirche in Kathrinhagen, machten wir uns auf den Weg in den 3 km entfernten Ort Rehren, wo wir in der Kirche ein Loblied sangen und den geschmückten Altar bewunderten. Weiter ging es nach. Rannenberg. Ein Feldweg führte uns nun hinauf bis zum Waldrand und anschließend durch das Wesergebirge, anfangs an einem kleinen Bach entlang bis zum Rohdental. Auf schmalem Pfad am Ort Rohden vorbei folgten wir dem Pilgerweg, der direkt nach Segelhorst leitete. Zwischendurch folgten wir schweigend einem kleinen, häufig morastigen Weg, der uns durch ein sehr schönes Bachtal nach Hess. Oldendorf führte. Auf dem dortigen Friedhof hatten wir 20 Minuten Zeit zum Nachdenken über das Leben und die Zeit, ehe es auf befestigtem Weg bis in den Ort Krückeberg weiterging. Im Gemeindehaus der dortigen Petri-Kirche stärkten wir uns mit mitgebrachten Kaffee und Kuchen – unseren Wietzer und Braunschweiger Pilgerfreunden sei Dank –. Nun erreichten wir den Weserradweg, gingen weiter nach Gut Stau und brachen nach einer kleinen Pause auf zum Stift Fischbeck. Es ist mit seinem aufgesetzten Turm schon bald hinter Hessisch Oldendorf gut sichtbar. Eine betagte Stiftsdame führte und erklärte uns die Klosteranlage mit Klostergarten, Kreuzgang und Kirche. In der Krypta beendete Herr Meyer mit uns den erlebnisreichen Pilgertag mit Gesang und Gebet. Übernachtet wurde in der Jugendherberge in Hameln. In der Zeit, in der ein Teil der Gruppe den hierfür notwendigen Transfer organisierte, machte Ann-Kathrin, die jüngste Pilgerin, die übrig Gebliebenen mit Bewegungsübungen und Spielen wieder fit für den Abend und sorgte nach dem gemeinsamen Abendessen auch für unsere geistige Fitness.
Am Sonntagmorgen feierten wir mit der Gemeinde und dem Knabenchor des Berliner Doms das Erntedankfest im Stift Fischbeck; ein herausragendes und bleibendes Erlebnis für uns alle. Über den Hamelner Weg und durch das Dorf erreichten wir anschließend auf Feld- und Wanderwegen über eine kleine Anhöhe die Stadt Hameln. Die nur kurze Tagesetappe nutzten wir, um Hameln näher kennen zu lernen, was durch die Führung von Heinz-Helmut auch eindrucksvoll gelang.
Die letzte Etappe dieses Pilgerwochenendes führte uns Herr Bodenburg als Pilgerbegleiter auf eine waldreiche Strecke mit sehr schönen Ausblicken auf die Weser und das Wesertal von Hameln nach Lüntorf. Im Ev.-luth.-Münster St. Bonifatius Hameln bzw. in deren Krypta bereitete er uns mit einer kleinen Andacht auf dritten Pilgertag vor. Der Pilgerweg leitete uns von hier aus über die Weser und dann auf einen Fußweg direkt am Flussufer entlang, bis wir die evangelisch-lutherische St. Johanniskirche im Ökumenischen Kirchenzentrum Klein Berkel erreichten. Von hier aus waren es noch knapp 2 km bis zum Ohrbergpark auf dem Ohrberg. Der urwüchsige Park, ein Landschaftsgarten im englischen Stil, beheimatet u. a. auch zahlreiche fremdländische Gehölze. Besonders prachtvoll ist die üppige Rhododendronblüte im Mai und Juni. Am südlichen Rand des Ohrbergs führt der Pilgerweg vorbei am futuristisch anmutenden, zur Universität Hannover gehörenden Institut für Solarenergieforschung (ISFH) in Ohr. Hinter Ort Ohr pilgerten wir auf Feldwegen zum Forst Emmer und auf schönen Forstwegen – mit stiller Meditation über Steine und das, was uns im Wege ist oder beschwert - zum Schloss Hämelschenburg. Nach einer kleinen Andacht in der Schlosskapelle war noch Zeit, anschließend im Park ein kleines Picknick zu uns zu nehmen. Vom Schloss führte der Weg dann zum Flüsschen Emmer und weiter unter der Eisenbahnlinie hindurch zum Scharfenberg. Durch Wald bergan und dann weiter über Feldwege sowie eine Straße erreichten wir schließlich den Ort Lüntorf am Rande der Ottensteiner Hochebene. Die dortige Kirche wurde für uns zu einer Schlussandacht geöffnet. Im Anschluss gab der langjährige Küster der Kirche noch einen kleinen Überblick über das Gotteshaus uns seine Geschichte.
Das dreitägige Pilgerwochenende mit Gruppenübernachtung in der Jugendherberge in Hameln brachte für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel Zeit zur inneren Einkehr und Besinnung. Die zum Erntedank geschmückten Kirchen und Kapellen, die vielfältigen Eindrücke am Wegesrand sowie die schönen Ausblicke auf dem insgesamt rd. 50 km langen Weg werden uns allen positiv in Erinnerung bleiben. Neben den Organisatoren und unserem Serviceteam sei auch Ann-Kathrin gedankt, die durch zusätzliche Bewegungsangebote, Texte, Spiele und ihre frische Art den etwas Älteren viel zu geben hatte. Wir freuen uns schon auf die nächsten Pilger-Etappen am 21. und 22. April 2012 mit Übernachtung in der Jugendherberge Bodenwerder.















