Die Geschichte
Ringtennis wurde auf den Decks der großen Überseedampfer erfunden. Trotz räumlich beschränkter Verhältnisse auf den Schiffen bot dieses Spiel den Passagieren auf langer Seereise - in Anlehnung an das Tennisspiel - Bewegung und Unterhaltung. Der Karlsruher Bürgermeister Hermann Schneider lernte das Spiel 1925 auf einer Schiffsreise nach Amerika kennen und führte es in Deutschland ein. Noch heute ist Karlsruhe der leistungs- und mitgliederstärkste Ringtennisort. 1931 wurde in Baden-Baden der "Deutsche Ringtennisbund" gegründet, der bereits vier Jahre später in das Fachamt Turnen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen eingegliedert wurde. Seit 1950 gehört Ringtennis zum Fachbereich Spiele im Deutschen Turner-Bund.

Die Grundregeln
Die Spielidee des Ringtennis ist, einen aus festem Gummi bestehenden Ring durch Werfen im gegnerischen Feld auf den Boden zu bringen. Der Gegner versucht, dies durch Fangen zu verhindern. Fangen und Werfen müssen in einer fließenden Bewegung geschehen. Der Ring ist 3 cm dick und hat eine lichte Weite von 11,8 cm. Gespielt wird auf einem 12,20 m langen Feld, welches in der Mitte durch ein 1,50 m hohes Netz getrennt ist. Die Breite des Feldes beträgt beim Einzel 3,70 m und beim Doppel 5,50 m. Ringtennis wird als Freizeit- und Wettkampfsport in den Klassen Einzel, Doppel und gemischtes Doppel gespielt. Die Spieldauer beträgt 2 x 10 bzw. 2 x 8 min. Das kleine Spielfeld erfordert Reaktionsschnelligkeit, Geschmeidigkeit und kann sowohl in der Halle als auch auf dem Feld viel Spaß erzeugen.
Der TSV Wallenhorst war es, der in den neunziger Jahren das Ringtennis in Niedersachsen und auch in Deutschland bestimmen konnte. Katharina Hemme sammelte allein zehn Titel und war bisher die erfolgreichste Ringtennisspielerin in Niedersachsen. In den Jahren 1991, 1992 und 1995 gelang es dem TSV auch, die höchste Mannschaftstrophäe als Deutscher Mannschaftsmeister ins Osnabrücker Land zu holen. Sensationell siegten die Wallenhorster jeweils gegen den Serienmeister ESG Karlsruhe aus der Geburtsstadt dieses Sports. Auch wenn Ringtennis in den heutigen Tagen wahrlich kein Trendsport in Niedersachsen ist, so bleibt es doch traditionell mit diesem Bundesland eng verbunden, das zeigen nicht zuletzt die vielen nationalen Erfolge in der von badischen Vereinen geprägten Geschichte dieser Sportart. Daß Ringtennis auch für die Jugend interessant ist und motivieren kann, zeigt die Tatsache, daß 1997 erstmals eine Junioren-Nationalmannschaft mit drei Niedersachsen an Bord auf die weite Reise nach Südafrika geht.



